Auf Tuchfühlung mit einer Autorin – Und dann auch noch auf Englisch!Litcologne 3

Am 21.03.2019 machte sich die 8c gemeinsam mit ihren Klassenlehrern Michelle Schulz und Robin Fuchs auf den Weg nach Köln. Ziel war eine Lesung der Lit.kid.cologne, die Lesungen für Schulklassen sowie Kinder und Jugendliche im Rahmen der Lit.Cologne veranstaltet.

Litcologne 1Bevor es aber zur Lesung ging, stärkten sich erst einmal viele Schülerinnen und Schüler ausgiebig in einem einschlägig bekannten Fast-Food-Restaurant.
Bei schönstem Wetter ging es anschließend vom Barbarossaplatz zu Fuß weiter zum „Alten Pfandhaus“. Das Alte Pfandhaus ist mittlerweile eine Konzerthalle und ein Kulturzentrum, in welchem in diesem Jahr im Rahmen der Lit.Cologne auch Lesungen abgehalten werden.
Die Lesung begann um 12 Uhr im Konzertsaal. Durch den U-förmigen Aufbau saß die Klasse sehr nah an der Autorin und dem Übersetzer und konnte so wirklich sehr nah dabei sein.
Bei der Lesung stellte Penny Joelson, eine britische Autorin, ihr ins Deutsche übersetzte Buch „Ein kleines Wunder würde reichen“ (Originaltitel: „I have no secrets“) vor.
Hauptfigur im Buch ist Jemma, sie lebt in einer Pflegefamilie und hat Zerebralparese. Jemma ist somit vollständig gelähmt, kann sich weder bewegen noch sprechen, ist aber geistig absolut fit und ihr entgeht somit nichts. Da sie eine gute Zuhörerin ist, erzählen ihr alle Familienmitglieder und Pfleger sehr viele Geheimnisse, da sie diese ja nicht ausplaudern kann. So kommt sie auch einem Verbrechen auf die Spur und kennt den Mörder, kann sich aber nicht mitteilen. Sie möchte dies aber irgendwie bewerkstelligen.
Bei der Lesung wurde die Moderation von David Fermer übernommen. Auch er ist Brite wie die Autorin, ist aber zweisprachig aufgewachsen, sodass er die wichtigen Inhalte übersetzte und auch zwei Kapitel aus dem deutschen Buch vorlas.
Litcologne 2So war die Lesung geprägt von einem Wechselspiel von Deutsch und Englisch. Zunächst waren sehr viele Schüler geschockt und skeptisch, dass sie gar nichts verstehen würden, wenn die Autorin Textteile auf Englisch vortragen würde. Dies legte sich bei den meisten, da es neben dem Vortrag eine Leinwand gab, auf der der englische Text eingeblendet wurde und man mitlesen konnte. Schwierige und unbekannte Wörter waren extra markiert und unter dem Text erläutert.
Die Schüler stellten fest, dass die Autorin beim Vortrag sehr in ihrem Element war, sie einige Passagen sehr schnell vortrug und dies teilweise auch mit einem Dialekt, da war die Leinwand sehr hilfreich. Auch beim Moderator bemerkten sie, dass er den deutschen Text sehr häufig mit einem englischen Dialekt betonte. Beides war den Schülern vorher so gar nicht bewusst, aber spannend und interessant zu erleben.
Die Autorin und der Moderator integrierten die Schülerinnen und Schüler immer wieder in die Lesung. Schon zu Beginn gab die Autorin den Zuhörenden diverse Aufgaben, die sie ausführen sollten. So sollten sie die rechte Hand heben oder zur Wand gucken und laut „yes“ rufen. Alles alltägliche und unbewusste Dinge, die ausgeführt werden, die die Hauptfigur ihres Buches eben nicht kann. Weiterhin durften Fragen gestellt werden. Hier erhielt die Gruppe Informationen über das Leben einer Autorin und wie lange es gedauert hat, dieses Buch zu schreiben. Aber auch, dass ein Autor nicht alles entscheiden kann und vieles von Agenten oder Verlagen vorgegeben wird, damit ein Buch eine breite Leserschaft findet. Die Lesung zeigte somit auch Einblicke in den Beruf einer Autorin.
Nach anfänglicher Scheu vor der englischen Sprache waren im Nachhinein die meisten Schüler sehr positiv überrascht, dass sie mehr verstanden haben, als sie vorher dachten und freuen sich, auch eine weitere Lesung zu besuchen.