Ein Rückblick auf die Schüler-Krypto 2019 an der Universität BonnSchülerkrypto 2



Schülerkrypto 1Am Donnerstag, den 21. März 2019, und am Freitag, den 22. März 2019, trafen sich über 100 Schülerinnen und Schüler sowie 5 Lehrerinnen und Lehrer zur achtzehnten Schüler-Krypto, um etwas mehr über geheime Nachrichten, Ver- und Entschlüsselung zu lernen. Dabei sei zu erwähnen, dass ohne moderne Kryptographie z.B. das Online-Banking oder das Verschicken von privaten Whats-App Nachrichten nicht möglich wären. Die Veranstaltung ist so begehrt, dass innerhalb von nur wenigen Minuten die Anmeldung zur Schüler-Krypto, durch die Administratoren, geschlossen wurde.

Zu Beginn wurde uns auf einer Google-Maps Karte gezeigt, aus welchen Ortschaften die Schülerinnen und Schüler sowie die begleitenden Lehrkräfte für die Teilnahme an der Schüler-Krypto angereist sind. Dabei hatte unsere Gruppe einen der längsten Anfahrtswege. Neben vier anwesenden Gymnasien stellten wir die einzigen Schüler einer Gesamtschule.


Nach einer Einführung in das Thema durch Dr. Felix Boes ging es zur Sache. Jetzt galt es, in die Rolle von James Bond zu schlüpfen und den Lageplan von Fort Knox durch Goldfingers Boten an Bond zu schicken, ohne dass Goldfinger diesen abfangen kann. Die Schüler haben dabei mit einem Computeralgebrasystem gearbeitet, mit dessen Hilfe man mit beinahe beliebig großen Zahlen rechnen kann.
Spätestens nach dem Mittagessen konnten Nachrichten von Moneypenny entschlüsselt und eigene Nachrichten untereinander ausgetauscht werden. Parallel dazu wurde spielerisch erfahren, wie der wesentliche Schritt bei RSA (einem asymmetrischen Verschlüsselungsverfahren), das Potenzieren, so schnell ausgeführt werden kann, dass Ver- und Entschlüsseln innerhalb eines Augenzwinkerns vor sich gehen.

Schülerkrypto 3Darüber hinaus zeigte uns der Dozent das einzige mathematisch beweisbare Verfahren zum Verschlüsseln von geheimen Nachrichten. Das symmetrisch angelegte Verschlüsselungsverfahren nennt sich One-Time-Pad („Einmal - Verschlüsselung“). Natürlich wurde uns auch gezeigt, wie man effektiv Bilder verschlüsselt und entschlüsselt. Wenn das nicht aufregend ist?!

Für die Kryptographie wichtige mathematische Themen, wie das Modulorechnen und das Potenzieren durften die Schüler in mehreren Spielangeboten erleben. Dies war für die Schülerinnen und Schüler eine willkommene Gelegenheit, das erlernte Wissen (in der „Vorlesung“) kurzerhand spielerisch anzuwenden.

Ein weiteres Highlight war in der Mittagspause zu bestaunen. Ein Mitarbeiter stellte einen der vielen Roboter der Arbeitsgruppe Informatik vor. Den anwesenden Schülern wurde eindrucksvoll gezeigt, welche Herausforderungen es zu meistern gilt, wenn dieser Roboter einen Raum selbstständig abfahren soll, ohne überall anzuecken.
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Für den Programmabschluss haben sich die Organisatoren etwas Spezielles einfallen lassen. So durften die Schüler miterleben, wie einfach persönliche Accounts, z.B. von E-Mails zu „hacken“ sind. Um dies zu verhindern, wurden den Anwesenden wertvolle Tipps zum sicheren Anlegen von Passwörtern gegeben. Kurz darauf folgte eine Demonstration. Ein Mitarbeiter des Instituts zeigte den Schülern, wie schnell sein selbst geschriebenes Programm Botschaften verschlüsseln und wieder entschlüsseln kann. Die Ausführung solcher Programme live miterleben zu können, hinterließ begeisterte Schüler. Bevor wir die Heimreise antraten, gab es noch eine schöne Überraschung. So durfte jede teilnehmende Gruppe ihr persönliches visuelles Kryptogramm mit nach Hause nehmen.

Den Schülern hat die Exkursion so gut gefallen, dass sie dem nachfolgenden Profilkurs Informatik des Jahrgangs 9 unserer Schule unbedingt empfehlen, an der nächsten Schüler-Krypto im Jahr 2020 teilzunehmen.